Fuß­chirurgie

Hallux valgus

Der prominente Großzehenballen, oder auch Hallux valgus genannt, ist in den Industrieländern eine der häufigsten Fehlstellungen am Fuß. Dabei weicht die große Zehe zum Fußaußenrand ab. Besteht die Fehlstellung lange und nimmt im Verlauf zu, so treten meist begleitende Probleme auf, wie Fehlstellungen der übrigen Zehen (), Schmerzen am Zehenballen (Metatarsalgie) oder Hühneraugen (Hyperkeratosen). Im normalen. Das häufige Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen und spitzer, schmaler Zehenkappe, sowie die Wahl der zu kleinen Schuhgröße ist neben familiärer Veranlagung die Hauptursache für den Hallux valgus. Die Erkrankung tritt überwiegend bei Frauen auf  und stellt keinesfalls nur ein kosmetisches Problem dar. Häufig tritt eine erhebliche Einschränkung im Alltag auf, teils kann nur noch in weichen weiten Schuhen eine längere Strecke bewältigt werden.

Zur Behandlung des Hallux valgus gibt es nicht operative so wie operative Verfahren. Ohne Operation können gering ausgeprägte  Fehlstellungen durch intensive Physiotherapie (tägliches Üben) und/ oder Tragen von verschiedenen Bandagen oder Schienen  mittel- bis langfristig am Fortschreiten gehindert werden.werden.

Die noch weit verbreitete Angst vor „Hallux-Operationen“ ist begründet durch ältere Operationsverfahren mit z.T. schlechten Langzeiteergebnissen. Da sich in den letzten 20 Jahren die Fußchirurgie rasant entwickelt hat, können wir heute erprobte und sichere Operationen anbieten und damit langfristig gute Ergebnisse erzielen. Abhängig vom Grad der Fehlstellung wenden wir international etablierte Verfahren an. Die sogenannte Cheilektomie, kommt bei ausgeprägter Exostose ohne wesentliche Fehlstellung zum Tragen. Hierbei wird lediglich der störende Knochen abgetragen, eine Vollbelastung ist in der Regel ab Wundheilung möglich. Bei leichten bis mittelgradigen Fehlstellungen führen wir die Chevron Osteotomie, modifiziert mit langem plantaren Schenkel oder klassisch durch, zum Teil auch die Scarf Osteotomie, sowie bei Bedarf auch die begleitende Akinosteotomie am Großzehengrundglied. Bei ausgeprägteren Befunden führen wir auch eine Arthrodese des Mittelfussgelenkes 1 durch, die sogenannte Lapidusarthrodese. Erstere Eingriffe können teils ambulant abgebildet werden, letzteres ist in der Regel von einem kurzen stationären Aufenthalt begleitet. Ergänzt werden diese knöchernen Operationen immer von den nötigen Eingriffen an den Weichteilen, Kapsel, Sehnenchirurgie und ähnliches.

Die Rekonvaleszenzzeiten sind individuell und können nur grob vorgegeben werden. Die meisten Patienten fallen für ca 6-8 Wochen aus. Das Autofahren kann erst bei Erreichen einer Belastungsfähigkeit wieder begonnen werden, auch dies in der Regel nach ca. 6-8 Wochen bei den ausgedehnteren Eingriffen. Das Schmerzkonzept passen wir individuell an ihre Bedürfnisse, Vorerkrankungen und Verträglichkeiten an.

Hallux rigidus

Die Abnutzung (Arthrose) am Großzehengrundgelenk bedingt eine Bewegungseinschränkung sowie Schmerzen und wird Hallux rigidus genannt. Oft tritt die Erkrankung an beiden Füßen in unterschiedlicher Ausprägung auf. Dies kann auch schon im frühen Erwachsenenalter der Fall sein. Im Zuge der Arthrose bilden sich Knochenanbauten am Mittelfußköpfchen und dem Großzehengrundglied, die von außen als Vorwölbung zu sehen und zu tasten sind.

Abhängig von den Beschwerden und den Wünschen des Patienten führen wir die Behandlung an den Schweregraden der Erkrankung orientiert durch. Eine Operation ist immer die letzte Wahl. Bei einer konservativen Therapie kann man Schuhzurichtungen, Einlagen, Medikamente gegen Schmerzen, aber auch Physiotherapie und physikalische Maßnahmen hinzuziehen. Erst wenn hierdurch keine Linderung mehr zu erzielen ist, sollte eine operative Versorgung durchgeführt werden. Hier besteht die Möglichkeit gelenkerhaltend eine Prothese oder einen Platzhalter einzubringen- wobei wir keine endoprothetische Versorgung des Großzehengrundgelenkes anbieten. Die häufigste operative Versorgung besteht in der Aufhebung des Gelenkes und der Versteifung. Dies ist eine Routineoperation und ermöglicht es den meisten Patienten bereits nach 8-10 Wochen eine normale Belastung wieder aufzunehmen. Sportliche Aktivität kann meist nach 12 Wochen wieder begonnen werden.

Hammerzehen (Krallenzehen, Klauenzehen)

Als Hammerzehe wird die Fehlstellung bezeichnet, bei der sich die Zehen zusammenkrümmen und nach oben zum Fußrücken hin zurückziehen. Je nach Stellung der Zehe und der Rigidität werden die Zehen auch als Krallen- oder Klauenzehen bezeichnet, wobei es auch in der Fachliteratur keine einheitliche Einteilung gibt. Außer dem kosmetisch störenden Bild treten oft Hühneraugen) an den deformierten Gelenken mit entsprechender Druckempfindlichkeit auf. Um die Schmerzen zu lindern werden wunde Zehen abgepolstert oder Zehenspreizer verwendet. Dies führt jedoch meist nicht zu einer dauerhaften Linderung der Problematik sondern schwächt lediglich die Symptome ab.

Als ursächliche Therapie bleibt in der Regel nur die Operation, hier kommen unterschiedliche Eingriffe an den Knochen sowie an den Weichteilen zur Anwendung.

Knöcherne Eingriffe reichen von der Entfernung des Gelenkes bis zur Implantation eines Platzhalters zur Versteifung. Teils kann auch eine Verkürzung des Mittelfussgelenkes erfolgsversprechend sein. Die in Frage kommenden Operationsverfahren richten sich hierbei nach den jeweiligen individuellen Bedürfnissen und Beschwerden. Teils ist eine einfache Durchtrennung der Beugesehnen schon lindernd, ein Eingriff der in örtlicher Betäubung durchgeführt wird und eine sofortige Gehfähigkeit erlaubt.

Ziel ist, die Form und Funktion der Zehen und des Fußes wiederherzustellen.

Morton Neurom

Ein Morton Neurom (auch Morton Neurinom) tritt an den, die Zehen versorgenden Nerven am Vorfuß auf. Diese Nerven laufen zwischen den Mittelfußknochen und spalten sich an den Zehengrundgelenken in ihre Endäste auf.  Aufgrund von ganz unterschiedlichen Ursachen werden diese Nerven irritiert und verdicken sich im Verlauf als Reaktion darauf. Begleitend bildet sich häufig Schleimbeutelgewebe, das auch entzündlich verändert ist. Der betroffene Patient klagt über ein Einschlafen und/ oder Schmerzen am Vorfuß oder den Zehen, oft beim Tragen von festem, engem Schuhwerk. Werden die Schuhe ausgezogen tritt teils eine schnelle Besserung ein.

Neben der Krankengeschichte und der körperliche Untersuchung führt die Kernspintomographie (MRT) meist zur eindeutigen Diagnose.

Die Therapie richtet sich nach der Schwere und dem Verlauf der Beschwerden. Oft kann durch individuelle Einlagenversorgung und Injektionen eine kurz- bis mittelfristige Besserung erzielt werden. Bei ausbleibendem Erfolg oder Wiederauftreten der Symptome, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dabei entfernt man in der Regel betroffene entzündlich veränderte Nervenanteile. Eine bleibende Taubheit an einer Zehenseite kann eine Folge sein.

Metatarsalgie

Unter einer Metatarsalgie versteht man einen starken Schmerz unter dem Vorfußballen. Dies kann im Verlauf bei einer angeborenen Fußfehlbildung, wie beispielsweise einem Hohlfuß oder auch einer erworbenen Fußfehlstellung, wie einem Spreizfuß auftreten. Ursächlich ist hier einen vermehrter Druck auf ein definiertes Areal, mit einer sich ausbildenden schmerzhaften Überempfindlichkeit. Teils wird dies begleitet von einer ausgeprägten Schwielenbildung unter dem Vorfuß. In leichten Fällen, kann eine Einlagenversorgung mit einer Entlastung des betroffenen Areales eine dauerhafte Besserung der Beschwerden erbringen. In fortgeschrittenen Fällen, muss eine Röntgendiagnostik erfolgen, um eine ausgeprägtere Veränderung der knöchernen Strukturen auszuschließen. Dies kann beispielsweise bei einer Durchblutungsstörung der Mittelfußköpfchen auftreten. Operativ kann man mit einer Verkürzung der betreffenden Mittelfußköpfchen oft eine Druckentlastung schaffen. Sollte bereits ein entzündlicher Prozess abgelaufen sein, eine Infektion vorliegen, eine starke Deformierung des Köpfchens eingetreten sein, oder unser Patient sehr schwer vorerkrankt sein, dann ist manchmal eine sogenannte innere Amputation eine gute Lösung. Hierbei wird von dorsalseitig ein kleiner Schnitt gemacht und das Köpfchen entfernt. Dies ist seit vielen Jahren auch bei rheumatischen Füßen eine bewährte Methode, die als letzte Möglichkeit offen bleibt. Hier ist es insgesamt wichtig eine stadienadaptierte Therapie zu finden, die die Bedürfnisse des Patienten und die Beschwerden des Patienten in Einklang bringt. Sprechen Sie uns gerne an, wir untersuchen gerne ihre Füße.

Achillessehnenerkrankungen

Die Achillessehnenentzündung, auch als Achillodynie bekannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung, die die Achillessehne betrifft – die dicke Sehne, die die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein verbindet. Diese Entzündung tritt häufig bei Sportlern auf, insbesondere bei Aktivitäten, die wiederholte Belastungen der Wadenmuskulatur erfordern, wie Laufen, Springen oder Radfahren.

Symptome einer Achillessehnenentzündung sind häufig Schmerzen im Bereich der Ferse, die oft nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhephasen stärker ausgeprägt sind. Die Schmerzen können sich während der Aktivität verschlimmern und in einigen Fällen auch zu Schwellungen oder einer Verdickung der Sehne führen, die über ein halbes Jahr hinaus andauern. Dann spricht man von einer chronifizierten Achillessehnenentzündung oder auch Achillessehnentendinitis.

Die Ursachen für eine Achillessehnenentzündung sind vielfältig. Häufige Faktoren sind Überlastung, plötzliche Steigerung der Trainingsintensität, unzureichendes Aufwärmen, falsches Schuhwerk oder biomechanische Probleme wie Fußfehlstellungen. Auch das Alter kann eine Rolle spielen, da die Sehne mit der Zeit an Elastizität verliert.

Die Behandlung einer Achillessehnenentzündung beginnt in der Regel mit konservativen Maßnahmen. Dazu gehören Ruhe, Eisbehandlungen, entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie, um die Muskulatur zu stärken und die Flexibilität zu verbessern. Dehnungsübungen und gezielte Kräftigungsübungen können helfen, die Belastung der Sehne zu reduzieren und die Heilung zu fördern.

In schwereren Fällen, in denen die Symptome trotz konservativer Behandlung anhalten, kann eine Injektion von Eigenblutbestandteilen erwogen werden ( APC) Teils kann auch eine operative Intervention in Betracht gezogen werden. Diese kann die Entfernung von geschädigtem Gewebe oder die Reparatur der Sehne umfassen.

Um einer Achillessehnenentzündung vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine angemessene Trainingsgestaltung zu achten, regelmäßig Dehnungs- und Kräftigungsübungen durchzuführen und auf geeignetes Schuhwerk zu achten. Bei ersten Anzeichen von Schmerzen sollte man rechtzeitig reagieren, um eine Verschlimmerung der Beschwerden zu vermeiden.

Insgesamt ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend, um die Heilung zu fördern und die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen.

Eine weitere Ursache für Schmerzen im Fersenbereich kann ein Fersensporn) oder eine vergrößerte Knochenkante am Fersenbein sein (Haglundexostose).

Fersensporn

Als Fersensporn werden knöcherne Anbauten am Fersenbein bezeichnet, die entweder im Bereich des Ansatzes der Achillessehne oder der Fußsohlenbindegewebeplatte (Plantarfaszie), sowie an der Stelle der ehemaligen Wachstumsfuge (Apophyse) auftreten und meist durch eine erhöhte Gewebespannung oder direkte Druckbelastung, z.B. im Schuh, entstehen. Sie können eine Reizung des umgebenden Gewebes mit lokaler Entzündung, Schwellung, Schmerzen und Ausbildung eines Schleimbeutels (Bursitis) verursachen.

Je nach Lokalisation des Fersensporns und nach Stärke der Beschwerden werden konservative (Physiotherapie, Massage, Elektrotherapie, Ultraschall, Medikamente, Stoßwellentherapie, Bestrahlung) oder operative Maßnahmen ergriffen.

Arthrosen Fußwurzel

Besonders die Gelenke zwischen den Mittelfußknochen und der Fußwurzel können im Laufe des Lebens überlastet werden, so dass sich Verschleißerscheinungen entwickeln.  Rheumatische Erkrankungen spielen dabei oft eine wichtige Rolle. Neben Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Gelenk können Beschwerden durch raumfordernde  Knochenanbauten, sogenannte Exostosen, auftreten, die  im Gelenkbereich gebildet werden. Bei zunehmender Gelenkzerstörung tritt als Folge eine Fehlstellung und schwere Funktionsstörung der Fußwurzel auf.

Nicht selten sehen wir schwerste Arthrosen, oft Jahre nach einer unfallbedingten Luxation der Fußwurzelgelenke.

Neben Schmerzmedikamenten und Tragen von speziell zugerichtetem Schuhwerk kommen je nach Beschwerden operative Eingriffe in Frage. Dabei werden die Gelenke von den Knochenanbauten befreit oder versteift. Nach einer Versteifung im Bereich der Fußwurzel hat der Patient in der Regel nur unwesentliche Funktionseinschränkungen, da auch beim Gesunden die Bewegungsausschläge der Fußwurzel sehr gering sind.

Tarsaltunnelsyndrom

Am Fuß verläuft ähnlich wie an der Hand (Carpaltunnelsyndrom) ein wichtiges Gefäß-Nerven-Bündel durch einen anatomisch vorgegebene Raum, der von derben Strukturen begrenzt ist. Durch unterschiedliche Ursachen kann die Nerv in diesem Raum unter Druck geraten, z.B. bei der Bildung von Entzündungs- oder Narbengewebe oder bei Fehlstellungen des Fußes oder aufgrund langanhaltender Überlastung. Als Folge treten Gefühlsstörungen und Schmerzen am Fuß auf.

Unter Einbezug von klinischen, radiologischen und neurologischen Untersuchungsmethoden können wir diese Veränderungen an den Nerven erkennen und unsere Therapie planen. Bei der Operation werden der Nerv und seine Äste aufgesucht und freigelegt so dass sich das Nervengewebe erholen kann. Dies dauert meist 4-6 Wochen.

•Posttraumatische Folgezustände

am Fuß sind degenerative Gelenkerkrankungen, die nach einer Verletzung oder einem Trauma entstehen können. Diese Art der Arthrose tritt häufig nach Frakturen, Bänderrissen oder anderen Verletzungen auf, die die Gelenke des Fußes betreffen. Die Verletzung kann zu einer Schädigung des Knorpels führen, was im Laufe der Zeit zu Schmerzen, Steifheit und einer eingeschränkten Beweglichkeit führt. Betroffene können Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen haben, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.

Die Behandlung posttraumatischer Arthrosen umfasst in der Regel konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikation und gegebenenfalls orthopädische Hilfsmittel. In schwereren Fällen, wenn die Schmerzen und Einschränkungen nicht auf diese Maßnahmen ansprechen, kann eine operative Intervention notwendig werden.

Eine häufige chirurgische Option ist die Arthrodese, bei der zwei oder mehr Knochen in einem Gelenk dauerhaft miteinander verbunden werden. Dies kann helfen, die Schmerzen zu lindern und die Stabilität des Fußes zu verbessern. Bei der Arthrodese wird der Gelenkknorpel entfernt, und die Knochen werden in einer optimalen Position fixiert, oft mit Schrauben oder Platten. Nach der Operation ist eine Rehabilitation erforderlich, um die Funktion des Fußes wiederherzustellen und die Muskulatur zu stärken.

Insgesamt ist es wichtig, posttraumatische Arthrosen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Eine enge Zusammenarbeit mit Fachärzten der Allgemeinmedizin und/oder Physiotherapeuten, kann dabei helfen, die geeigneten Behandlungsoptionen zu finden, die in Ihr Leben passt und somit die Lebensqualität zu verbessern.